Kekse ohne Backpulver erfordern einen etwas anderen Ansatz. Da nichts den Teig im Ofen „anschubst“, wird die gesamte Struktur bereits beim Kneten festgelegt. Deshalb gelingt dieses Rezept entweder perfekt oder gar nicht.
Schmalz ist hier der Schlüssel. Es verleiht den Keksen Krümeligkeit und Zartheit ohne zusätzliche Mittel. Doch das funktioniert nur, wenn der Teig nicht überhitzt oder zu stark bearbeitet wird. Pausen sind hier wichtiger als Schnelligkeit.
Diese Kekse sind nicht fluffig. Sie sind gleichmäßig und fest, ideal zum Tee und sie zerfallen nicht in den Händen.


Kekse mit Schmalz ohne Backpulver
Zutaten
- 200 g Schmalz Verwenden Sie hausgemachtes Schmalz für den besten Geschmack.
- 100 g Zucker Kann nach Geschmack angepasst werden.
- 400 g Mehl Vor der Verwendung sieben, um Klümpchen zu vermeiden.
- 1 TL Salz Gleicht den Geschmack der Kekse aus.
- 1 Pck. Vanillezucker Für Aroma und Geschmack.
- 50 ml Wasser Kann zum Kneten des Teigs benötigt werden.
Zubereitung
- Nehmen Sie das Schmalz rechtzeitig aus dem Kühlschrank, damit es kalt, aber formbar ist. Schneiden Sie es in kleine Würfel und geben Sie es in eine Schüssel. Fügen Sie den Zucker hinzu und beginnen Sie, die Masse mit einem Spatel oder Löffel zu zerreiben, indem Sie sie an die Wände drücken. Die Bewegungen sollten ruhig sein, ohne abrupte Gesten. Sie brauchen eine gleichmäßige, matte Masse ohne Klumpen, aber auch ohne Glanz. Wenn das Schmalz zu schmelzen beginnt und die Oberfläche glänzend wird, halten Sie an und lassen Sie die Schüssel ein paar Minuten stehen.
- Schlagen Sie das Ei ein und verbinden Sie es schnell mit der Fettmasse. Versuchen Sie nicht, sofort eine perfekte Glätte zu erzielen. Zuerst wird die Mischung etwas schichtweise aussehen, das ist normal. Nach ein paar Bewegungen wird sie sich von selbst verbinden. An diesem Punkt ist es wichtig, nicht zu lange zu arbeiten – langes Arbeiten macht den Teig warm, noch bevor das Mehl hinzugefügt wird.
- Mischen Sie in einer separaten Schüssel das Mehl mit einer Prise Salz. Fügen Sie die trockene Mischung in kleinen Portionen hinzu und verbinden Sie sie jedes Mal kurz. Nicht kneten oder den Teig dehnen. Sobald er nicht mehr an den Fingern klebt und eine Kugel bildet, hören Sie auf. Wenn Sie weitermachen, wird der Teig zäh und verliert seine Krümeligkeit.
- Sammeln Sie den Teig zu einer Kugel, drücken Sie ihn leicht flach, sodass ein ca. 2–3 cm dicker Diskus entsteht. Wickeln Sie ihn ein und stellen Sie ihn für mindestens 45 Minuten in den Kühlschrank. Während dieser Zeit stabilisiert sich das Schmalz und der Teig wird dichter und formbarer. Das ist besonders wichtig, da im Rezept kein Backpulver enthalten ist und die Kälte die notwendige Struktur bietet.
- Nehmen Sie den Teig aus dem Kühlschrank und lassen Sie ihn 2–3 Minuten stehen, damit er nicht steinhart ist. Rollen Sie ihn zwischen zwei Blättern Pergamentpapier auf eine Dicke von 6–8 mm aus. Der Druck sollte gleichmäßig sein, ohne die Ränder zu „ziehen“. Wenn der Teig zu weich wird oder klebrig ist, halten Sie an und kühlen Sie ihn noch einige Minuten.
- Schneiden Sie Kekse aus oder schneiden Sie sie mit einem Messer – wie es Ihnen passt. Legen Sie sie auf ein mit Pergament ausgelegtes Backblech und lassen Sie zwischen den Stücken etwas Abstand. Kekse ohne Backpulver verlaufen nicht stark, aber der Platz ist dennoch für ein gleichmäßiges Backen nötig.
- Backen Sie im gut vorgeheizten Ofen bei 170 °C. Die Backzeit beträgt ca. 15–18 Minuten, je nach Dicke. Orientieren Sie sich nicht am oberen Teil der Kekse, sondern am Boden: Er sollte trocken und leicht gebräunt sein. Der obere Teil bleibt hell – das ist normal für diesen Teig.
- Nach dem Backen nicht sofort die Kekse vom Blech nehmen. Lassen Sie sie für 3–5 Minuten stehen, damit die Struktur „fest wird“. Dann auf ein Gitter legen und vollständig auskühlen lassen. Erst nach dem Auskühlen erhalten die Kekse die dichte, gleichmäßige Textur, für die sie ohne Backpulver zubereitet werden.
Notizen
- In diesem Rezept sind Pausen wichtiger als Schnelligkeit.
- Das Mischen sollte kurz sein, ohne „Kneten“.
- Der Teig sollte vor dem Backen nicht warm sein.
- Ohne Backpulver hängt die Form von der Dicke ab.
- Dünne Kekse werden trockener.
- Ein heller Oberteil ist normal, kein Unterbacken.
- Das Kühlen vor der Formung ist obligatorisch.
- Die Kekse werden nach dem vollständigen Abkühlen krümeliger.
Private Anmerkungen
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Let us know how it was!Dieses Rezept betrachte ich als eine grundlegende Prüfung. Hier versteckt sich nichts hinter Backpulver, Aromen oder texturalen Tricks. Alles ist sofort sichtbar — sowohl in der Schüssel als auch auf dem Blech. Genau deshalb gefällt es mir. Es verzeiht keinen Eile, verlangt aber auch nichts allzu Kompliziertes.
Das Keksrezept ohne Backpulver zwingt dazu, den Teig genauer zu betrachten. Nicht das Rezept selbst, sondern der Zustand des Teigs: wie er sich zusammenfügt, wie er auf Kälte reagiert, wie er sich beim Ausrollen verhält. Dies ist nicht der Fall, wo man einfach „mixen und es wird schon gehen“ kann. Aber auch nicht der, wo man vor jeder Bewegung Angst haben muss. Hier entwickelt sich schnell ein Gefühl von Kontrolle.
Ich mag es, dass das Ergebnis vorhersehbar ist. Wenn der Teig kalt und nicht überarbeitet ist — behält das Keks die Form, hat eine gleichmäßige Dichte und einen klaren Geschmack. Es bricht nicht zufällig auseinander und zerbröckelt nicht ohne Grund. Man kann es gut mit den Händen nehmen, es krümelt nicht und hinterlässt keine fettigen Spuren.
Dieses Keks ist nicht für den „Wow“-Effekt beim ersten Biss gedacht. Es geht um Stabilität. Um den Tee, den man langsam genießen kann. Um Kekse, die nach zwei Stückchen nicht langweilig werden. Am nächsten Tag schmecken sie oft sogar noch besser als direkt nach dem Backen — der Geschmack harmonisiert, die Struktur wird ruhiger.
Ich würde dieses Rezept jenen empfehlen, die den Teig besser verstehen möchten, und nicht nur etwas Süßes zum Tee haben wollen. Es zeigt gut den Unterschied zwischen kurz kneten und „einfach vermischen“. Zwischen kaltem Teig und nur gekühltem. Und wenn es einmal nicht perfekt gelingt — ist das kein Misserfolg, sondern eine Erfahrung, die beim nächsten Mal sehr leicht angepasst werden kann.

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