Kulinarische Traditionen aus den Regionen der Ukraine
Ukrainische Küche ist mehr als „nur Essen“. Sie ist gelebte Geschichte – weitergegeben von der Oma an die Enkel, von einer Generation zur nächsten. Jede Region der Ukraine hat ihre eigenen Spezialitäten, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben: geprägt von Klima und Landschaft, von Handelswegen, Nachbarschaften und historischen Umbrüchen. Und oft werden nicht nur Rezepte, sondern auch Handgriffe und kleine Küchengeheimnisse mit viel Liebe bewahrt. Der Geschmack jeder Speise erzählt dabei seine ganz eigene Geschichte – warm, persönlich und voller Erinnerung.
Eine einzige „ukrainische Küche“ gibt es eigentlich nicht – dafür sind die regionalen Unterschiede zu spannend. borscht ist zwar überall ein Klassiker, aber in der Region Poltawa kommt er gerne mit Halushky auf den Tisch, in Wolhynien oft mit Bohnen, im Süden eher tomatig mit Karotten. Und das gilt längst nicht nur für borscht: Wareniki, Crêpes, Suppen, Schmorgerichte, Geräuchertes, kleine Vorspeisen – all das spricht je nach Region seinen eigenen kulinarischen „Dialekt“.
Dieser kulinarische Flickenteppich ist ein echtes Kulturerbe. Umso wichtiger ist es, lokale Gerichte zu bewahren, Kindern traditionelle Rezepte beizubringen und diese Küche auch außerhalb der Ukraine sichtbar zu machen. Denn Essen ist nicht nur satt werden. Es ist Identität, Stolz – und dieser unerschütterliche ukrainische Geist, der sogar in einem Stück selbstgebackenem Brot steckt.
In diesem Beitrag geht’s auf eine kleine Genussreise durch die Ukraine – von den Karpaten bis ans Schwarze Meer, von Polissja bis in den Donbas. Und wenn ihr euch für den Karpatenraum interessiert, lohnt sich ein Blick auf eines der atmosphärischsten, deftigsten Gerichte überhaupt: ungarisches Gulasch.
Jede Region ist nicht nur eine eigene Geschichte – sondern auch eine kulinarische Visitenkarte, die man kennenlernen und weitergeben sollte.
Westukraine – Heimat von borscht und Banosh
Die Westukraine gehört kulinarisch zu den farbenfrohsten Regionen des Landes. Der Einfluss der Nachbarn – Polen, Ungarn, Rumänien – hat hier einen reichen Schatz an Rezepten hinterlassen, der wunderbar mit ukrainischen Aromen zusammenspielt. Viele der ältesten Zubereitungsarten sind bis heute erhalten geblieben – und werden tatsächlich noch so gekocht wie vor 100 Jahren.
In den Karpaten liebt man deftige, wärmende Gerichte: Banosh mit Brynza, Pilzsuppen, Bohrach, Kulescha. Vieles entsteht über offenem Feuer oder im Ofen – mit einfachen, ehrlichen Zutaten wie Maismehl, hausgemachter saurer Sahne, Brynza und Steinpilzen. Und dann wären da noch die berühmten „Pljazky“: mehrschichtige Kuchen und Schnitten, die auf Festtafeln im Westen praktisch Pflicht sind.

Die galizische Küche ist stark von polnischen und k.u.k.-Traditionen geprägt. In Lwiw (Lemberg) gehört der Morgenkaffee fast zum guten Ton – gerne mit einem Croissant oder Quarkpfannkuchen. Fleisch wird hier nicht selten in Wein geschmort oder mit Backpflaumen gebacken, was dem Ganzen eine elegante Note gibt. Viele Gerichte wirken wie aus dem Restaurant – für Lemberger Familien ist das aber schlicht ein „Sonntagsessen“.
Boiken und Lemken – ethnische Gruppen aus den Bergregionen – stehen für eine Küche, die einfach wirkt und trotzdem unglaublich gut schmeckt. Kissel, geschmortes Gemüse, Sauerkraut und eingelegte Gurken, Kartoffelpuffer, fleischlose borscht-Varianten: all das ist typisch. Man lebt traditionell sehr aus dem, was Garten und Vorratskeller hergeben – Selbstversorgung ist hier nicht Trend, sondern Alltag.
Westukrainisch zu essen heißt nicht nur „lecker“, sondern auch „seelenwarm“: Ofenwärme, der Duft von Pilzsuppe und dieses Festgefühl, das jede Mahlzeit begleitet. Vor allem zeigt die Region, wie Essen zu einem Stück Kultur werden kann.
Huzulische Küche der Karpaten
Die Karpaten sind nicht nur Postkartenpanorama und Bergluft – sie sind auch Heimat der huzulischen Küche, die in der ganzen Ukraine bekannt und geliebt ist. Die Basis: einfache, aber extrem nahrhafte Gerichte. Kein Wunder – in den Bergen braucht man Energie, und Essen soll hier vor allem wärmen und satt machen.
Der Star auf dem huzulischen Tisch ist Banosh. Gekocht wird er aus Maismehl, das in Sahne oder saurer Sahne cremig gerührt wird – dazu Brynza und knusprige Grammeln. Serviert wird Banosh heiß und dick, oft mit einem Hauch Rauch-Aroma. Es gibt unzählige Varianten: mit Pilzen, mit Käse, mit Fleisch. Ein perfektes Beispiel dafür, wie etwas Schlichtes gleichzeitig festlich wirken kann.

Ein weiterer Klassiker ist die Pilzsuppe. In den Karpaten gibt es reichlich Pilze – besonders Steinpilze – und deshalb wird auch viel auf Vorrat getrocknet, eingelegt oder eingefroren. Die Suppe kocht man auf Pilzfond, mit Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten, manchmal mit einem Schuss Sahne. Der Duft ist unverwechselbar. Dazu gibt’s Hausbrot oder Kulescha.
Kulescha ist Banosh verwandt, wird aber mit Wasser statt Sahne gekocht. Ebenfalls aus Mais – und oft serviert mit gebratenen Grammeln oder Sauerkraut. Für viele huzulische Familien ist Kulescha echtes Alltagsessen.
Für Festtage kommen Braten, Wurda, geräucherte Wurst und Eingelegtes auf den Tisch. Besonders wichtig ist auch Brynza – ein Schafskäse mit markant salzigem Geschmack. Man rührt ihn unter Gerichte oder isst ihn einfach als Snack.
Gekocht wird mit dem, was man zuhause hat: naturbelassen, ohne Schnickschnack. Huzulisches Essen spiegelt das Leben in den Bergen – bodenständig, ehrlich und im besten Sinne harmonisch.
Galizische Köstlichkeiten aus der Region Lwiw
Galizien ist eine Gegend, in der Essen fast etwas Sakrales hat. Geschmack gilt hier als Kunst. Die kulinarische Tradition von Lwiw gehört zu den feinsten der Ukraine – geprägt von polnischer, jüdischer, ungarischer, österreichischer und sogar italienischer Küche.
Im Zentrum stehen die Pljazky: mehrschichtige Kuchen und Blechkuchen mit Mohn, Nüssen, Quark, Marmelade oder Schokolade. Sie werden zu Feiertagen gebacken, verschenkt – und Rezepte werden wie Familienerbstücke gehütet. Pljazky sind hier nicht einfach Dessert, sondern ein kleines Ritual.

Ein weiteres Aushängeschild ist Braten nach Lwiwer Art (Chanachy). Fleisch wird in Wein geschmort – mit Pilzen, Backpflaumen oder Äpfeln. Dazu passen Kartoffelpüree, gekochtes Gemüse und eine kräftige Sauce. Elegant, aber nicht abgehoben: zartes Fleisch trifft auf eine fein säuerlich-süße Note.
Und natürlich darf man Lwiwer Kaffee nicht auslassen. Das ist dort weniger Getränk als Lebensgefühl. In den Cafés gibt’s Kaffee mit Sahne, Karamell, Likör, Milch – oder einfach schwarz, stark und duftend. Dazu: am liebsten Quarkpfannkuchen oder Strudel.
In Lwiw findet man an jeder Ecke Gerichte mit tiefen historischen Wurzeln – und gleichzeitig moderne Interpretationen. Genau das macht die galizische Küche so inspirierend.
Boikische und lemkische Küche
Boiken und Lemken leben in schwer zugänglichen Teilen der Karpaten – in Bereichen der Regionen Lwiw, Iwano-Frankiwsk und Transkarpatien. Ihre Küche ist wie ihr Lebensstil: bescheiden, zurückhaltend, aber unglaublich lecker und herzlich. Typisch sind Natürlichkeit und Minimalismus: gekocht wird mit dem, was Wald, Feld und Garten hergeben.
Im Alltag dominieren Gemüse, Getreide, Milchprodukte und natürlich Kartoffeln – in gefühlt hundert Varianten. Sehr beliebt sind Kartoffelpuffer, serviert mit saurer Sahne, Pilzen oder Röstzwiebeln. Ein weiterer Klassiker ist geschmortes Kraut mit Hirse oder Bohnen – besonders in der Fastenzeit.

In diesen Gegenden hat Fermentieren eine lange Tradition. Sauerkraut, eingelegte Gurken, Rote Bete, Äpfel – das ist nicht nur Beilage, sondern oft ein eigenes Gericht. Besonders geschätzt wird borscht mit Sauerkraut: leicht säuerlich, kräftig, mit Bohnen und Grammeln. Dazu Hausbrot und ein Stück Salo – perfekt für lange Winterabende.
Beliebt ist auch Kulisch, ein Hirsebrei, oft mit Milch oder Grammeln. Gekocht wird ganz unkompliziert über dem Feuer im großen Kessel. Und dann gibt’s noch Suppe aus getrockneten Pilzen, serviert mit Buchweizen-Halushky oder hausgemachten Nudeln.
Süßes kommt hier eher aus dem, was man hat: Honig, Trockenfrüchte, Äpfel. Gebacken werden Apfelkuchen, Kirsch- oder Mohnkuchen, dazu gibt’s Uzvar (ein Kompott aus getrockneten Birnen und Pflaumen) – aromatisch und wohltuend.
Diese Küche zeigt, wie aus einfachen Zutaten echte Magie entstehen kann. Boikisch und lemkisch zu kochen heißt: mit Herz – und mit Respekt vor alten Traditionen.
Zentralukraine – das Herz der ukrainischen Küche
Zur Zentralukraine zählen unter anderem die Regionen Kyjiw, Tscherkassy, Poltawa und Kirowohrad. Kulinarisch ist das das Herz der Ukraine – hier sind viele Gerichte entstanden, die heute als „typisch ukrainisch“ gelten. Zentralukraine bedeutet: borscht, Wareniki, Halushky, Kotleta po-kyjiwskyj und noch viele Rezepte, die einfach die Seele wärmen.
Fast jede Familie hat ihr eigenes borscht-Rezept. Hier kocht man ihn gerne dick und gemüsereich, manchmal mit Bohnen oder Backpflaumen. In manchen Dörfern kommen sogar Äpfel für eine feine Säure dazu. borscht wird auf Fleischbrühe gekocht oder als Fastenvariante mit Pilzen, abgeschmeckt mit einer Einbrenne aus Tomate, Zwiebeln und Salo. Und beim Servieren gehört fast immer dazu: ein Löffel saure Sahne und eine Knoblauch-Pampushka.

Mindestens genauso bekannt sind Wareniki. Mit Kartoffeln, Kraut, Kirschen oder Quark – die Varianten sind endlos. In der Zentralukraine stehen Wareniki für Zuhause, Gemütlichkeit und Familienzeit. Oft werden sie gemeinsam gemacht, besonders vor Feiertagen. Serviert werden sie je nach Füllung mit Grammeln, Zwiebeln, saurer Sahne oder Honig.
Halushky sind eine weitere Spezialität – besonders berühmt ist die Region Poltawa. Das sind kleine Teigstücke, in Wasser oder Brühe gegart, die man mit Fleisch und Sauce serviert oder direkt in borscht gibt. Sie sollen weich sein, aber nicht zerfallen. Manchmal kommt Salo oder Knoblauch in den Teig, für mehr Würze.
Außerdem ist die Zentralukraine bekannt für Ofenfleisch, Hauswürste, Nalewky (Fruchtliköre), Eingelegtes und Uzvar. Abendessen ist hier oft ein kleines Ritual – jede Speise ein Zeichen von Liebe zur Heimat.
Klassischer borscht und Wareniki
Über borscht kann man endlos schreiben – und trotzdem sagt jede Köchin: „Meiner ist anders.“ Genau das ist der Punkt: borscht ist die Seele der ukrainischen Küche. In jeder Region gibt es Varianten, aber die zentralukrainische gilt vielen als Klassiker. Er ist dick, tiefrot, mit Fleisch (meist Schwein oder Rind) und viel Roter Bete, Kohl, Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Knoblauch. Manche geben Bohnen dazu, andere Backpflaumen – und manche sogar einen Löffel Zucker, um die Säure auszubalancieren.
Serviert wird borscht heiß, mit saurer Sahne, Kräutern und Pampushky mit Knoblauch. Manchmal auch mit einem Stück Salo oder einer Wurst. Und ja: borscht schmeckt oft am nächsten Tag noch besser, wenn er richtig durchgezogen ist.
Wareniki sind das zweite große Symbol. Teig mit Füllung, gekocht in Salzwasser. Klassiker: Kartoffeln mit Zwiebeln, Sauerkraut, süßer oder salziger Quark, Kirschen. In Dörfern rund um Poltawa macht man sie gerne groß – „damit man was davon hat“. In der Region Kyjiw dagegen eher klein und ordentlich, fast wie Pelmeni.
Die ukrainische Küche kennt viele Teiggerichte mit Fleischfüllung, die Ähnlichkeiten zu Nachbarküchen haben – und trotzdem ihren eigenen Charakter behalten. In vielen Familien haben hausgemachte Pelmeni mit Schweinefleisch einen festen Platz: ein deftiges Gericht, das man traditionell gleich in großen Mengen für die ganze Familie vorbereitet – besonders im Winter oder am Wochenende. Es steht für Gemütlichkeit, einfache Zutaten und die Freude am gemeinsamen Essen.
Süße Wareniki serviert man mit Sahne, Honig oder gezuckerter Kondensmilch. Herzhafte Varianten kommen mit Grammeln, Röstzwiebeln und saurer Sahne. Jede Familie hat ihre Tricks – und jeder Warenik ist ein kleines Stück Liebe in Halbmondform.
Wareniki und borscht sind nicht einfach Gerichte. Sie gehören zu Festen, Hochzeiten, Feiertagen – und auch zu Gedenkessen. Das sind Kindheitsgeschmäcker, die einen sofort nach Hause zurückholen. Zum Frühstück greifen übrigens auch in Kyjiw immer mehr Leute zu Shakshuka.
Kyjiw als kulinarisches Zentrum
Kyjiw ist nicht nur Hauptstadt, sondern auch ein echter kulinarischer Knotenpunkt, an dem sich Küchen aus aller Welt treffen. Und trotzdem hat die Stadt ihre eigenen Klassiker bewahrt, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Kyjiwer Küche ist ein Mix aus aristokratischer Eleganz und bodenständiger Hausmannskost.
Das berühmteste Gericht der Stadt ist ohne Frage Kotleta po-kyjiwskyj: außen knusprig paniert, innen zartes Hähnchenfilet mit Kräuterbutter. Der Trick ist, dass die Butter beim Braten drin bleibt und nicht ausläuft. In Kyjiw bekommt man das in vielen Restaurants – aber der „echte“ Geschmack ist für viele immer noch der aus der heimischen Küche.

Ein weiteres Symbol ist die Kyjiwer Torte. Sie ist luftig durch Baiserböden und Buttercreme, oft mit Nüssen und manchmal Schokolade. Viele Ukrainer verbinden sie mit Kindheit – und in Kyjiw bekommt man sie in fast jeder Konditorei.
Neben Klassikern ist Kyjiw auch sehr experimentierfreudig: borscht mit Lavendel, Wareniki mit Mozzarella, Salate mit Ziegen-Brynza vom Bauernhof oder Desserts mit Schwarzbrot und Honig. Tradition wird hier schnell an moderne Food-Trends angepasst – ohne die Wurzeln zu verlieren.
Streetfood gehört ebenfalls dazu: Schawarma, Tschebureky, Piroschki, Chatschapuri – an jeder Ecke. Und selbst bei „schnell“ merkt man oft: Geschmack und Qualität sind wichtig.
Kyjiw ist eine kulinarische Werkstatt, die ständig ausprobiert und trotzdem respektvoll mit Tradition umgeht. Essen ist hier Lebensstil – und Gäste finden fast immer etwas, das zu ihnen passt.
Ostukraine – Industriestädte mit herzlicher Küche
Die Ostukraine – etwa die Regionen Charkiw, Donezk und Luhansk – ist bekannt für ihre industrielle Vergangenheit und gleichzeitig für eine ehrliche, sättigende Küche. Hier ist Essen „Energie auf dem Teller“: große Portionen, kräftige Suppen, viel Fleisch, Teiggerichte und Gemüse – gekocht mit Herz.
Die Region liebt Halushky, oft besonders groß, weich und richtig sättigend. Man serviert sie mit geschmortem Fleisch, in Suppe oder einfach mit saurer Sahne. Ebenfalls beliebt: Kapusnjak, eine kräftige Sauerkrautsuppe mit Graupen und Schweinerippchen – säuerlich, fleischig, würzig.
In den Städten im Osten sind Piroschki mit Kartoffeln, Fleisch oder Kraut sehr verbreitet, genauso wie Tschebureky, die traditionell in reichlich Öl ausgebacken werden. Man kauft sie auf Märkten, an Bahnhöfen, in kleinen Imbissen – am besten noch heiß „direkt aus der Pfanne“.

Typisch für die ostukrainische Küche ist die Liebe zum Hausgemachten. Hoch im Kurs stehen Hauswürste, Salo mit Knoblauch, Ofenkartoffeln und Eingelegtes. Auf Festtafeln findet man fast immer Aspik, Gemüserollen, Vinaigrette-Salat, Hering im Pelzmantel und natürlich Olivier-Salat – gerne mit selbstgemachter Mayo.
Ostukraine steht weniger für „fein“, dafür umso mehr für „ehrlich“. Essen soll lecker, reichlich und herzlich sein – damit sich jeder Gast wie zuhause fühlt. Eine Küche, die an kalten Abenden wärmt und Erinnerungen fürs Leben schafft.
Küche der Sloboschanschtschyna
Die Sloboschanschtschyna ist eine historische Region, die Teile der Gebiete Charkiw, Sumy und Luhansk umfasst. Kulinarisch ist das eine spannende Mischung aus ukrainischen, russischen und Kosaken-Traditionen. Die Gerichte sind großzügig, kalorienreich und unkompliziert – mit saisonalem Gemüse, Fleisch und Teigwaren.
Zu den Hauptgerichten zählen Schtschi aus Sauerkraut oder Kapusnjak mit Graupen. Serviert wird mit Hausbrot, Knoblauch und – wenn man mag – einem Löffel saure Sahne. Ebenfalls typisch ist Braten: Fleisch mit Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln, manchmal mit Pilzen, im Tontopf gegart – das gibt ein besonderes Aroma.

Halushky gehören auch hier dazu: im borscht, in Suppe oder als eigenes Gericht mit Fleisch. Außerdem sind Crêpes mit Füllungen beliebt – süß (Quark, Mohn, Beeren) oder herzhaft (Fleisch, Pilze, Leber).
In der Sloboschanschtschyna schätzt man Würzmittel und Saucen: Meerrettich, Senf, Tomatensauce, Adschika. Oft stehen auch hausgemachte Saucen aus Paprika, Auberginen oder Tomaten auf dem Tisch.
Süßes sind meist hausgemachte Marmeladen, Kuchen, Nalysnyky mit Kirschen, Quarkpfannkuchen. Dazu trinkt man Kompott, Uzvar oder hausgemachten Kwas. Diese Küche schmeckt nach Kindheit, nach Omas Mittagessen und nach langen Familientafeln.
Donbas-Gastronomie
Die Küche des Donbas ist eine eigene Welt – geprägt von einem Industrierevier, in dem man nahrhaft, lecker und hausgemacht schätzt. Donezk und Luhansk waren traditionell Regionen mit vielen Arbeiterinnen und Arbeitern, Bergleuten, Fabrikbeschäftigten – Essen sollte Kraft geben, Energie liefern und satt machen.
Wichtig sind Piroggen mit verschiedensten Füllungen. Gebacken wird gern: Hefeteig-Piroggen mit Fleisch, Fisch, Kraut, Reis und Ei oder Marmelade. Oft wird mit Salo gearbeitet – das gibt eine goldene, knusprige Kruste. Nicht selten ersetzen solche Piroggen gleich ein ganzes Abendessen.
Im Donbas sind Wareniki mit Fleisch, Manti und Tschebureky sehr beliebt – alles, was man mit einer saftigen Fleischfüllung füllen kann, hat hier Fans. Meist nimmt man Schwein oder eine Mischung mit Rind. Wareniki werden in großen Mengen gemacht und großzügig mit Röstzwiebeln oder saurer Sahne serviert.

Ein fester Teil der Tafel sind Vorspeisen: Eingelegtes, Hering im Pelzmantel, Aspik aus Fisch oder Fleisch, hausgemachter Cholodez, geschmortes Gemüse. Gerade bei Festen – und davon gibt es traditionell viele – kommen zuerst die kalten Platten, dann das Warme.
Außerdem sind Getreidegerichte verbreitet: Hirse- und Buchweizenbrei, serviert mit Fleischsauce oder Pilzen. Sehr beliebt ist auch Gemüseragout aus Kartoffeln, Karotten, Kohl, Tomaten und Zwiebeln – manchmal mit Schwein oder Geräuchertem.
Süßes im Donbas: Hauskekse, Mohnschnecken, Beerenkuchen, Kompott und Uzvar – und gern auch Tee mit Marmelade. Eine Küche, die Wärme im Herzen hinterlässt und dieses angenehme Gefühl: satt und zufrieden.
Südukraine – Reichtum an Meeresfrüchten und Kulturen
Die Südukraine ist kulinarisch ein echter Schatz. Odessa, Mykolajiw, Cherson, teilweise Saporischschja – Regionen, deren Küche von dutzenden Nationalitäten geprägt wurde: Ukrainer, Juden, Bulgaren, Griechen, Moldauer, Krimtataren. Daraus ist ein Mix entstanden, den man so kaum ein zweites Mal findet.
Im Süden spielen Meeresfrüchte eine große Rolle: Fisch, Muscheln, Garnelen. Forshmak ist eine der Visitenkarten der Region, besonders in Odessa. Das Gericht jüdischen Ursprungs wird aus Salzhering, Äpfeln, Zwiebeln, Butter und Brot gemacht – kalt serviert, mit Schwarzbrot oder Toast.

Ein weiterer Klassiker ist gefüllter Fisch, der besonders zu Feiertagen – vor allem in jüdischen Familien – zubereitet wird. Hering findet man hier in Salaten, als Röllchen, auf Canapés oder ganz schlicht mit Zwiebeln. Ebenso beliebt: Auberginensalate, Adschika, Gemüsepasten, Zucchini-Kaviar oder Rote-Bete-Aufstriche.
Die Region ist berühmt für Gemüsegerichte, weil das Klima Tomaten, Auberginen, Zucchini, Paprika und Gurken in großen Mengen möglich macht. Typisch sind Gemüseragouts, Sommer-Salate, Letscho, Schmorgerichte und Gemüseaufläufe mit Käse oder Ei.
Fleisch und Geflügel landen hier oft über offenem Feuer: Schaschlik, Ljulja-Kebab, gebratenes Lamm – Einflüsse, die besonders durch turksprachige Küchen in die Region gekommen sind.
Ein eigenes Kapitel sind Eingelegtes und Wintervorräte: Tomatensaft, marinierte Paprika, Auberginen nach georgischer Art, sogar „süße Tomaten in Honig“.
Süßes: Wassermelonen-Marmelade, Pfirsich-Konfitüren, Traubenkompott, Baklava, Quarkpfannkuchen. Und dazu fast überall: Tee mit Thymian, Minze und Honig.
Odessa-Küche
Die Küche Odessas ist eine Legende. So bunt, dass man über sie Witze macht, sie zitiert – und sie in Restaurants weltweit nachkocht. Hier treffen jüdische, ukrainische, bulgarische, griechische, armenische und viele weitere Traditionen aufeinander.
Ein Klassiker sind Auberginen „auf jüdische Art“, oft liebevoll „Übersee-Kaviar“ genannt: gebratene Auberginen mit Tomaten, Knoblauch und viel Grün. Serviert als kalte Vorspeise oder Beilage. Ebenfalls bekannt: Gewalt-Rybka, Fisch in Tomatensauce mit reichlich Gewürzen.

Odessa-Forshmak – Hering mit Apfel, Ei und Zwiebel – gehört auf jede Festtafel. Außerdem beliebt: gefüllte Paprika, Fischfrikadellen, gebratene Grundeln, Fischsuppe aus getrocknetem Fisch.
Für die typische Odessa-Schärfe sorgen Adschika, Knoblauchsaucen und mariniertes Gemüse. Dazu kommen Lavash mit Käse, Hausmannsfleisch und Gebäck mit Mohn und Halva.
Odessa ist nicht nur eine Stadt am Meer, sondern eine Stadt der tausend Geschmäcker: Jedes Gericht ist eine kleine Geschichte – und jede Gastgeberin ein bisschen Künstlerin.
Krimtatarische Küche
Die krimtatarische Küche ist ein fester Teil der südlichen Genusslandschaft der Ukraine. Sie hat sich über Jahrhunderte unter dem Einfluss turksprachiger Völker entwickelt und ist heute ein wichtiges kulturelles Erbe, das von den Krimtataren bewahrt und weitergetragen wird.
Am bekanntesten sind Tschebureky: große, frittierte Teigtaschen aus dünnem Teig mit saftiger Füllung aus Lamm oder Rind, seltener mit Kräutern gemischt. Ein guter Tscheburek ist außen knusprig, innen weich und richtig saftig. Gebraten wird in viel Öl oder Salo, bis er goldbraun ist. Serviert werden Tschebureky traditionell heiß – direkt aus der Pfanne – mit Ayran oder Kefir.
Ein weiteres Signature-Gericht sind Jantyky. Sie sehen ähnlich aus wie Tschebureky, werden aber ohne Öl gebacken – in einer trockenen Pfanne oder auf einer heißen Platte. Die Füllung ist ähnlich, das Ergebnis weniger fettig und etwas zarter. Oft gibt’s dazu eine Sauce aus Joghurt, Knoblauch und Kräutern.

Plov gehört zu Festen, Hochzeiten und Familienfeiern einfach dazu. Bei den Krimtataren wird er mit angebratenem Lamm oder Rind, Karotten, Gewürzen und viel Zwiebel gekocht. Der Reis soll locker sein, das Fleisch weich und aromatisch. Dazu serviert man oft frische Salate oder Sauerkraut.
Unbedingt erwähnenswert ist auch Lagman – eine dicke Suppe mit hausgemachten Nudeln, Fleisch und Gemüse, gewürzt mit Knoblauch, Tomate, Kräutern und Gewürzen. Perfekt für kühle Abende.
Und dann ist da noch das Gebäck: Katlama, Baursak, Scheker-Para – Süßes, das auf der Zunge schmilzt. Dazu trinkt man Krim-Tee mit Thymian, Minze oder Salbei.
Diese Küche ist pure Gastfreundschaft: verwurzelt in nomadischen Traditionen – und gekocht mit einer Wärme, die man bei jedem Bissen spürt.
Polissja – Waldschätze auf dem Teller
In Polissja bestimmt die Natur, was gekocht wird. Wälder, Moore, Flüsse und Seen – sie liefern die wichtigsten Zutaten. Schytomyr, Wolhynien, Riwne und die nördlichen Teile der Region Kyjiw: Gegenden, in denen man seit Jahrhunderten aus dem kocht, was man im Wald sammelt oder im Fluss fängt.
Die Basis sind Pilze, Beeren, Fisch und Kartoffeln. Das häufigste Gericht ist Pilzsuppe, oft aus getrockneten Steinpilzen, mit Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Sahne oder saurer Sahne. Der Geschmack ist tief und kräftig – mit einem leichten Rauchton, weil Pilze traditionell im Ofen getrocknet werden.
Ein weiterer Klassiker sind Kartoffelpuffer, auch „Tertjuchy“ genannt. Knusprig goldbraun gebraten, serviert mit saurer Sahne, Pilzen, Grammeln – oder als Beilage zu Fleisch. In manchen Orten werden Kartoffelpuffer anschließend in Sahne oder Pilzsauce geschmort und werden so fast zu einer kleinen zapikanka.

Polissja ist auch das Land der Kulesch – dicker Breie, meist aus Hirse oder Buchweizen. Oft mit Salo und Zwiebeln, manchmal mit Fleisch. Nicht selten kocht man Kulesch direkt am Lagerfeuer, bei Waldarbeit oder beim Angeln.
Eine besondere Rolle spielen fermentierte Vorräte. In Polissja werden Gurken, Kohl, Äpfel, Birnen, Rote Bete eingelegt bzw. fermentiert. Sauerkraut ist Grundlage für viele Gerichte: Kapusnjak, geschmortes Kraut mit Hirsebrei, Füllungen für Piroggen. So kommt man auch im Winter an Vitamine.
Aus Fisch macht man Suppen, brät oder bäckt ihn, formt Fischfrikadellen – und aus Beeren werden Marmeladen, Kompotte und Uzvar gekocht. Süß gibt’s außerdem Kuchen, Nalysnyky mit Beeren und Honiglebkuchen.
Die Küche Polissjas ist wie ein leises Lied der Natur – voller Waldduft, Rauch und Zuhause-Gefühl.
Gerichte mit Pilzen, Beeren und Fisch
Die Wälder Polissjas sind eine echte Vorratskammer – und aus diesen Zutaten zaubern die Menschen vor Ort erstaunliche Gerichte. Pilze (Steinpilze, Birkenpilze, Pfifferlinge, Hallimasch) sind nicht nur Delikatesse, sondern Basis für vieles: gebraten mit Zwiebeln, in borscht, in Suppen, in Kulesch. Getrocknete Pilze sind im Winter besonders wichtig – auch für Weihnachtsgerichte.
Beeren wie Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren oder Cranberries werden zu Marmelade, Nalewky und Kompott. Daraus backt man Piroschki, macht Füllungen für Nalysnyky oder sogar hausgemachtes Eis. Cranberries landen auch in Saucen oder bei Fleisch.

Fisch – Karausche, Hecht, Brasse, Barsch – wird über offenem Feuer gegart, in saurer Sahne gebacken, getrocknet oder geräuchert. Daraus entstehen Aspik, Frikadellen, kleine Fischsnacks und natürlich Suppen.
Polissja kann nicht nur sammeln, sondern auch verwerten: Nichts wird verschwendet, alles hat seinen Platz. Eine kulinarische Klugheit, von der man sich ruhig etwas abschauen kann.
Fermentieren und Räuchern
Eine der wichtigsten Traditionen in Polissja ist das Haltbarmachen: Fermentieren, Räuchern, Einlegen. In einem kühlen Klima und mit wenig frischem Gemüse im Winter war das überlebenswichtig – und ist bis heute Teil der ländlichen Selbstversorgung.
Am häufigsten wird natürlich Kohl fermentiert. Er wird fein gehobelt, mit Karotten, Salz und Knoblauch gemischt, manchmal mit Cranberries oder Äpfeln – und dann wochenlang in Fässern gelassen. Sauerkraut hält nicht nur gut, es ist auch vitaminreich und probiotisch. Es ist Basis für Kapusnjak, Schmorgerichte und Piroggen-Füllungen.
Neben Kohl werden auch Gurken, Äpfel, Rote Bete, Tomaten und sogar Birnen fermentiert. Besonders spannend: Rote-Bete-Kwas, der für Fasten-borscht genutzt wird oder als Getränk. Süß-säuerlich, super erfrischend – vor allem im Sommer.
Und dann das Räuchern: In Polissja räuchert man fast alles – Würste, Salo, Fisch, Fleisch, Hähnchen, manchmal sogar Käse. Räucherkammern gehören traditionell zum Hof. Der Geschmack von hausgeräucherter Knoblauchwurst oder geräucherter Karausche auf Erlenzweigen ist wirklich etwas Besonderes.
Diese Vorratsmethoden sind nicht nur praktisch, sondern bewahren auch Geschmackstraditionen. In fast jedem Keller findet sich etwas Geräuchertes, Fermentiertes oder Getrocknetes – natürlich, ohne Konservierungsstoffe.
Podillja – ein Gemüseparadies
Podillja ist fruchtbares Land – reich an Gemüse, Obst, Getreide und Kräutern. Die Regionen Winnyzja, Chmelnyzkyj sowie Teile von Ternopil und Tscherniwzi: Hier basiert die Küche auf dem, was die Natur großzügig schenkt, und auf der Kreativität der Gastgeberinnen.
Sehr beliebt sind Schmorgerichte. Ein Klassiker ist geschmortes Fleisch mit Gemüse, langsam im Ofen gegart. Karotten, Kohl, Kartoffeln, Tomaten, Knoblauch, Kräuter – dazu gutes Fleisch (meist Schwein). Serviert wird gern im Tontopf, mit Brot und einer hausgemachten Sauce.
Podillja kann außerdem richtig gute Nalysnyky: dünne Crêpes mit Füllung. Süß (Quark mit Rosinen, Äpfel mit Zimt, Mohn) oder herzhaft (Leber, Kraut, Pilze, Fleisch). Oft werden Nalysnyky im Ofen mit Sahne oder saurer Sahne überbacken – zart, cremig, zum Reinlegen.
Berühmt ist die Region auch für Gemüseaufstriche und Salate, besonders Zucchini-Kaviar, Letscho oder Salat aus gebackenen Auberginen. Das sind typische Vorspeisen oder Beilagen – und Teil eines traditionellen Mittagessens, das aus drei bis vier einfachen, aber richtig guten Gängen bestehen kann.
Lokale Getränke
Podillja hat eine lange Tradition hausgemachter Getränke. Sehr verbreitet ist Uzvar – ein Kompott aus getrockneten Früchten, meist Äpfeln, Birnen und Pflaumen, manchmal mit Rosinen, Zimt oder Honig. Im Sommer trinkt man ihn gekühlt, im Winter auch warm.
Ein weiteres Klassiker-Getränk ist Kwas, angesetzt mit Roggenbrot, manchmal mit Roter Bete oder Früchten. Kwas ist nicht nur erfrischend, sondern auch eine natürliche Quelle für Probiotika.
Und dann sind da die Nalewky – Frucht- und Beerenliköre. Besonders beliebt: Kirsche, Schwarze Johannisbeere, Walnuss. Viele schwören darauf als „Hausmittel“ bei Erkältung. Ebenfalls populär ist Teepilz, also Kombucha.
Kulinarisches Erbe nationaler Minderheiten
Die Ukraine ist ein multiethnisches Land – und jede Gemeinschaft hat die kulinarische Landkarte mit eigenen Farben bereichert.
Jüdische Küche bringt Gerichte wie Gefilte Fisch, Matze, Cholent und Kugel – besonders präsent im Süden und Zentrum, wo jüdische Gemeinden historisch groß waren. Viele Speisen sind vegetarisch, nahrhaft und arbeiten viel mit Gemüse, Getreide und Fisch.
Bulgaren, vor allem in der Region Odessa, sind bekannt für Musaka, Paprikasch, Letscho und gefüllte Paprika. Ihre Küche ist würzig, intensiv und liebt kräftige Gewürze.
Moldauer und Rumänen in der Bukowina und im Süden brachten Mamalyga, Sarmale (Krautrouladen im Weinblatt), Placinta sowie Nalewky aus Birnen und Pflaumen. Aromatisch, weich, oft auf Maismehl, Gemüse und Milchprodukten aufgebaut. Hier findet ihr ein Schritt-für-Schritt-Rezept für Mamalyga nach huzulischer Art

Diese Traditionen sind nicht nur lecker – sie sind auch wichtig, um die kulturelle Vielfalt der Ukraine zu bewahren.
Saisonalität und Festtagsküche
Ukrainische Küche ist eng mit Bräuchen und Ritualen verbunden. Viele große Feiertage haben ihre eigenen Gerichte, die man oft nur einmal im Jahr kocht. Das ist nicht einfach Essen – das ist Symbolik, Tradition und spirituelles Erbe.
Zu Weihnachten gibt es kutia – aus Weizen, Honig, Mohn, Rosinen und Nüssen. Dazu kommen Wareniki, Kohlrouladen, gebackener Fisch und Uzvar. Das Festessen besteht traditionell aus 12 Fastengerichten.
Zu Ostern gehören paska, Wurst, Quark-Paska, gefärbte Eier und Buzhenyna (Schweinebraten). Nach dem Gottesdienst kommt die Familie zusammen, um die Speisen zu teilen, die zuvor in der Kirche gesegnet wurden.
Viele Feiertage haben kulinarische „Glücksbringer“: Crêpes zu Masnyzja, kutia zu Malanka, Wareniki zu Iwan Kupala – all das ehrt die Vorfahren und soll Wohlstand bringen.
Moderne Transformationen der traditionellen Küche
Heute erlebt die ukrainische Küche eine echte Renaissance. In Restaurants und Cafés tauchen moderne Interpretationen traditioneller Gerichte auf: Wareniki mit Lachs, borscht mit Ofengemüse, Kartoffelpuffer mit Trüffelpaste – Fusion, aber mit Respekt vor dem Original.
Junge Chefköche eröffnen kulinarische Konzepte, die regionale Produkte modern präsentieren. So bleiben Traditionen lebendig – und werden für neue Generationen attrher
Die bekanntesten Chefköche der Ukraine: Gesichter der neuen ukrainischen Gastronomie
Die ukrainische Küche erlebt ein Comeback – nicht nur zuhause, sondern auch international. Historische Rezepte werden zu modernen Delikatessen, Dorfgerichte zu Restaurant-Hits, Kindheitsgeschmäcker zu Trends. Dahinter stehen Chefköche, die mutig experimentieren, Traditionen ernst nehmen und ukrainische Gastro-Identität mit viel Herz in die Welt tragen. Hier sind einige der bekanntesten Namen, die gerade eine neue kulinarische Geschichte schreiben.
🔥 1. Jewhen Klopotenko – Sprachrohr der modernen ukrainischen Küche
Einer der bekanntesten Gastro-Aktivisten des Landes. Gewinner von „MasterChef“, Absolvent von Le Cordon Bleu, Initiator der Reform der Schulverpflegung. Auch die UNESCO-Anerkennung von borscht als Kulturerbe ist eng mit seiner Initiative verbunden. In seinen Restaurants „100 років тому вперед“ und „Інші“ interpretiert er authentische Regionalgerichte neu. Seine Mission: den Ukrainern die Liebe zur eigenen Küche zurückgeben.
🧠 2. Jurij Kowryshenko – Gastro-Diplomat Nr. 1
Kulinarischer Botschafter der Ukraine im Ausland. Er organisierte Dinner-Events in Dutzenden Ländern und präsentierte eigene Variationen ukrainischer Gerichte – von borscht bis Wareniki. International anerkannt und für seinen kulturellen Beitrag ausgezeichnet. Sein „molekularer borscht“ gilt als innovatives Meisterstück, das Tradition und moderne Techniken verbindet.
🍽️ 3. Wolodymyr Jaroslawski – klassische Haute Küche
Ein feiner Profi, „MasterChef“-Juror und Chef in Restaurants, die in der Hauptstadt als Qualitätsmaßstab gelten. Er verbindet europäische Technik mit ukrainischen Produkten. Seine Handschrift: Tiefe im Geschmack, Respekt vor Zutaten und Eleganz in der Einfachheit. Außerdem engagiert er sich stark in der Ausbildung junger Köche und unterstützt kulinarische Bildung in der Ukraine.
🎨 4. Jaroslaw Artiuch – Kunst auf jedem Teller
Einer der jüngsten und kreativsten Chefs des Landes. Im Restaurant „Kanapa“ hat er die ukrainische Küche durch die Brille moderner Kunst neu gedacht. Er arbeitet mit regionalen Produkten, nutzt authentische Rezepte – aber mit frischem Ansatz. Sein Stil: intelligente Küche mit Seele.
🎤 5. Aram Mnatsakanow – Gastro-Show und große Küche
Charismatischer Gastronom und TV-Moderator, einem breiten Publikum durch Shows wie „На ножах“ und „Пекельна кухня“ bekannt. Hinter den Kulissen: Betreiber zahlreicher Restaurants und Experte für erfolgreiche Gastro-Projekte. Sein Ansatz: kompromisslose Qualität, klare Abläufe und das Talent, ein Lokal auf Top-Niveau zu bringen.
🌍 6. Olha Hertz (Olia Hercules) – die Stimme der Ukraine in der Welt
Eine Ukrainerin, die das Bild der ukrainischen Küche in Großbritannien stark geprägt hat. Sie lebt in London, veröffentlicht Bestseller mit ukrainischen Rezepten und wurde international vielfach wahrgenommen. Während des Krieges war sie Mitgründerin der Kampagne #CookForUkraine, die Köche weltweit rund um die Ukraine zusammenbrachte. Ihre Philosophie: einfache, tiefe, berührende Küche mit Bedeutung.
🚀 7. Jewhen Koroljow – junger Leader der Michelin-Generation
Ein ambitionierter Chef, der in Europa in Michelin-Sterne-Restaurants hospitiert hat. Er vertrat die Ukraine beim Bocuse d’Or und entwickelt innovative Gerichte in London. Er verbindet technische Präzision mit ukrainischem Geist – und zeigt, dass diese Küche auf jeder internationalen Bühne mithalten kann.
🏁 Fazit
Diese Chefs sind nicht nur Köche. Sie sind Geschichtenerzähler über Geschmack, Kultur-Botschafter und echte Antreiber der Szene. Jeder von ihnen trägt dazu bei, ukrainische Küche zu bewahren, zu erneuern und sichtbar zu machen. Dank ihnen versteht die Welt immer besser: Ukrainisches Essen ist nicht nur borscht – es ist ein tiefes, feines und unverwechselbares Kulturerbe.
Die Küche der Ukraine ist ein Schatz: voller Geschichte, Kultur, Erinnerung und Identität. Vom karpatischen Banosh bis zum Odessa-Forshmak – jedes Gericht ist eine eigene Erzählung. Und je mehr wir darüber wissen, desto besser verstehen wir auch das Land selbst.
FAQ (Häufige Fragen & Antworten)
u003cstrongu003eПитання 1:u003c/strongu003e Які регіони України мають найбільш відмінні кулінарні традиції?
u003cbru003eu003cstrongu003eВідповідь 1:u003c/strongu003e Західна (Гуцульщина, Галичина), Центральна (Полтавщина, Київщина), Східна (Слобожанщина, Донбас), Південна (Одещина, Крим) та Полісся — кожен регіон зберігає унікальні рецепти, які формувалися під впливом географії, історії й етнічного складуu003cbru003eu003cbru003eu003cbru003e
u003cstrongu003eПитання 2:u003c/strongu003e Які традиційні страви цих регіонів радять скуштувати першими?u003cbru003e
u003cstrongu003eВідповідь 2:u003c/strongu003e У Карпатах — банош і грибна юшка, на Полтавщині — борщ із галушками, на Сході — галушки та капусняк, у Південній Україні — форшмак, баклажанова ікра, кримські чебурекиu003cbru003eu003cbru003eu003cbru003e
u003cstrongu003eПитання 3:u003c/strongu003e Чим відрізняється традиційний борщ у різних регіонах?u003cbru003e
u003cstrongu003eВідповідь 3:u003c/strongu003e В Галичині борщ може мати кисло-солодкий відтінок з яблуком, на Поліссі — з квашеної капусти і грибами, на Поділлі — з квасолею, а в Слобожанщині іноді додають пиво до бульйонуu003cbru003eu003cbru003eu003cbru003e
u003cstrongu003eПитання 4:u003c/strongu003e Що таке яворівський пиріг — і де його готують?u003cbru003e
u003cstrongu003eВідповідь 4:u003c/strongu003e Це традиційна страва Великої Галичини — дріжджовий пиріг із начинкою із картоплі та гречки, часто подається з грибною мачанкою чи борщем на гречаному відваріu003cbru003eu003cbru003eu003cbru003e
u003cstrongu003eПитання 5:u003c/strongu003e Які страви Полісся є унікальними?u003cbru003e
u003cstrongu003eВідповідь 5:u003c/strongu003e Типові деруни (тертюхи), грибні та ягідні юшки, кулеші із пшона, квашення капусти, яблук і буряка. Полісся славиться глибинним смаком і господарською мудрістюu003cbru003eu003cbru003eu003cbru003e
u003cstrongu003eПитання 6:u003c/strongu003e Чи є українські регіональні напої, які варто спробувати?u003cbru003e
u003cstrongu003eВідповідь 6:u003c/strongu003e Так — узвари з сухофруктів, домашні кваси (на житньому хлібі чи буряку), ягодні наливки (смородина, вишня), а на заході — медові напої й компоти на грибній основіu003cbru003eu003cbru003eu003cbru003e
u003cstrongu003eПитання 7:u003c/strongu003e Як національні меншини вплинули на українську кухню?u003cbru003e
u003cstrongu003eВідповідь 7:u003c/strongu003e Євреї подарували одеський форшмак і мацу, кримські татари — чебуреки, лагман, караїми — ет-аяклак (кибинай), болгари й молдавани — мусаку, мамалигу, плацинди. Ці кулінарні впливи стали невід’ємною частиною регіональних кухоньu003cbru003eu003cbru003eu003cbru003e